294 Paͤchter Martin.
dieſer Plan zwar ſehr nuͤtzlich, aber unge⸗ recht ſey; urtheilten die damals braven Athe⸗ nien ſer einſtimmig:„Alſo darf er nicht ausge⸗ fuͤhrt werden!“
Hieraus ergiebt ſich die Widerlegung des vierten Grundes von ſelbſt— wo man ohnehin der einen Moͤglichkeit eine andere: daß der Candidat durch ſeinen entſchloſſenen Vertheidi⸗ ger auch gewinnen, und daß dadurch ſeine Ver⸗ dienſte mehr anerkannt werden koͤnnten; entge⸗ gen ſetzen kann.
Der fuͤnfte baufaͤllige Grund ſtuͤrzt, ſo bald man annimmt, wie es jeder rechtſchaffene und aufgeklaͤrte Mann gewiß annehmen wird; Es iſt dir Pflicht, dem, nach deiner Ueber⸗ zeugung, Wuͤrdigſten deine Stimme zu geben.
So wenig du eine begangene Ungerechtigkeit damit entſchuldigen kannſt, daß Andere ſie auch begingen, auch ungerecht handelten, eben ſo wenig wird deine, einem Unwuͤrdigen gegebene Stimme gerechtfertigt, weil auch Andere ſie
ihm gegeben haben. Pflicht iſt es dir freylich, auch die Urtheile Anderer zu hoͤren, und zu pruͤ⸗ 1 fen, ſo viel du kannſt, ob dein Candidat auch


