28 Paͤchter Martin.
Aerger vermied, weil weibliche Zierpuppen mein ſo gutes, edles, nur nicht mit dem Firniß der Modecultur ausgeputztes Weib vernachlaͤſſigten, theils aus Armuth vermeiden mußte. Mit Schulden hatte ich mich bey meiner Verheirathung haͤuslich eingerichtet, durch die Krankheit wurden
meine Schulden vermehrt, und es gehoͤrte ein
guter Wirth dazu, um von den maͤßigen Ein⸗ kuͤnften eines Unterarchivars in*en eine Fami⸗ lie zu ernaͤhren, und jaͤhrlich etwas fuͤr ſeine Glaͤubiger zuruͤck zu legen. Die Lage des Haus⸗ vaters, der bey unmaͤßiger Arbeit von Nah⸗ rungsſorgen gequaͤlt wird, iſt wahrlich nicht be⸗ neidenswerth! Drey Mal wurden mir zwar An⸗ traͤge gethan, durch ein paar unbedeutende Schur⸗ kenſtreiche, Einmal nur durch eine kleine Nieder⸗ traͤchtigkeit, meine Lage zu verbeſſern; ich wies aber mit Verachtung dieſe Antraͤge ab; und ſo
ließ man denn den Thoren mit ſeiner altmodiſchen
Ehrlichkeit arbeiten und hungern. Meine einzige Erholung nach einem arbeits⸗
vollen Tage fand ich am Abend in dem kleinen
baͤuslichen Zirkel meiner Lieben; wo beſonders mein Erſtgeborner, mein Liebling Wilhelm,


