Teil eines Werkes 
15. Bd. (1816)
Entstehung
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Zweyter Theil. 27

als Unterarchivar angeſtellt werden wollte. Wohl mir, wenn ich das erſtere gewaͤhlt haͤtte! Aber ich hatte ein trautes liebes Mädchen, mit welcher ich mein Gluͤck theilen wollte, und waͤhlte das letztere.

Gute Mine, ich habe wenig Gluͤck mit dir

theilen koͤnnen!

Kaum fuͤnf Monate war ich mit ihr verhei⸗ rathet, da mußte ſie die Krankenwaͤrterin ihres Mannes machen, mit der ſchrecklichen und doch ſo wahrſcheinlichen Beſorgniß: noch vor der Ge⸗ burt ihres erſten Kindes Wittwe zu werden. Mehr als alle Schmerzen der Krankheit folterte auch mich dieſer Gedanke um ſo mehr, je deut⸗ licher ich bey dieſer traurigen Gelegenheit den hohen Werth des guten liebevollen Weibes erkannte, das ich wahrſcheinlich ſo fruͤh und in der bemitleidungswuͤrdigſten Lage verlaſſen ſollte!

Ich genaß; und in den acht folgenden Jah⸗ ren, in welcher Zeit mir mein Weib fuͤnf Kinder gebar, ſchien das Gluͤck und Ungluͤck ſich nicht weiter um mich zu bekuͤmmern; ſo wenig als die Menſchen, deren Geſellſchaft ich, theils aus