18 Paͤchter Martin.
pelten und verabſchiedeten Soldaten pries ich das Gluͤck der Erſchlagenen, und wuͤnſchte nur noch
Eine Schlacht, in der Hoffnung— dann auch
Friede zu erhalten. Der Wunſch war nun ver⸗ geblich; ſo mußte ich dann wohl am Pilgerſtabe fortſchleichen, und bey erloſchenem Triebe zum Leben dennoch Lebensunterhalt ſuchen, ungewiß
ob ich ihn finden, oder auf der reichen Erde, wo
aber jedes Stuͤckchen ſeinen eigenen Herrn hat, verhungern werde. Betteln, ſchmeicheln, krie⸗ chen konnte ich nicht, ein nuͤtzliches Handwerk
hatte ich nicht gelernt, und ſelbſt mein Kopf
ſchien mir ſeine Dienſte verſagen zu wollen. Gu⸗ ter F*r, was wuͤrde ohne deinen Rath aus mir geworden ſeyn! Kaum eine Tagereiſe weit von D** hagen, wo man mich vertrieb, wohnte dieſer F**, einer meiner beſten Univerſitaͤtsfreunde. Er war Pre⸗ diger auf einem kleinen Dorfe, welches ſein Vor⸗ gaͤnger im Amte verlaſſen hatte— um dem Hun⸗ gertode zu entgehen. Nur zwey Mal hatte ihn der Verliebte waͤhrend ſeines Aufenthalts in Dr hagen, beſucht; jetzt nahm der Unglüuͤckliche, der Vertriebene zu ihm ſeine Zuflucht, daß er


