Zweyter Theil. 17
trauen.„Wahrſcheinlich doch von ihrem Vater dazu gezwungen?“ Es hatte des Zwangs nicht bedurft. Der junge Mann, der in alle meine Rechte trat, war, wie ich bald nachher erfahren habe, ſchon vor Jahren ihr guter Bekannter geweſen. Am Abend ihres Hochzeittages hatte ſie herzlich uͤͤber den Spaß, wie es ihr Braͤuti⸗ gam nannte, gelacht:„daß ich nun mit meinen Einwendungen post festum kommen wuͤrde.“
Es fiel mir nicht ein, meine Rechte gegen
den Grafen geltend zu machen— wozu es mir
freylich auch an Geld und Goͤnnern fehlte: wie haͤtte es mir einfallen ſollen, Einwendungen gegen den neuen Ehehandel eines feilen Weibes zu machen! Ich konnte ſie verach⸗ ten; dieß war der einzige armſelige Troſt, wel⸗ cher dem Ungluͤcklichen uͤbrig blieb, den man nun wieder mit verwundeten Herzen aus der menſch⸗ lichen Geſellſchaft ausgeſtoßen hatte.—* Millionen Menſchen priefen damals die Milde ihrer Beherrſcher, daß ſie dem Morden und den Verheerungen des Krieges ein Ziel gefetzt hatten, und ſangen ein feſtliches Te Deum laudamus. Ich konnte nicht mitſingen. Mit den verkruͤp⸗
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