16 Paͤchter Martin.
Darlehn nach dem andern auf ſeine Guter. Vielleicht, dachte ich, wirkt ein gut geſchriebener
Brief mehr als muͤndliche Rede; ich ſchrieb ſo
gut, ſo durchdacht und zugleich ſo herzlich, als ich konnte, und bekam fruͤh genug eine entſchei⸗ dende Antwort, die aber nicht unmittelbar an mich, ſondern an den Vater meiner Gelieb⸗ ten! meiner Brautl gerichtet war:.
„Der naſeweiſe junge Menſch, der es ge⸗ „wagt haͤtte, einen ſoreſpektwidrigen „Brief an ſeinen Herrn zu ſchreiben, „ſollte je eher je lieber die hochgraͤflichen „Guͤter verlaſſen.— Ueberbringer dieſes
„ſolle in ſeine Stelle einruͤcken ꝛc.“
„Es thut mir leid,“ ſagte der Vater meiner Braut,„allein wer kann's aͤndern! Da ich Ihnen aber meine Tochter nur sub conditione verſprochen habe; ſo werden Sie von ſelbſt einſe⸗ hen, daß bey ſo bewandten Umſtaͤnden— aus der Heirath nichts werden kann.“
Meine Braut vergoß Stroͤme von Thraͤ⸗
nen— und ließ ſich nach vier Wochen mit dem
neuen Herrn Gerichtshalter ganz im Stillen trau⸗


