Teil eines Werkes 
15. Bd. (1816)
Entstehung
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14 Paͤchter Martin.

Ruͤckſicht fuͤr ihn ſo gefahrvoll war: er trug die Bande ſeiner Donna nach⸗ wie vorher, vermied die Geſellſchaft des Barons, und ließ mich meine Abhaͤngigkeit fuͤhlen.

Mitten im Rauſche ſeiner unedlen Vergnuͤ⸗ gungen uͤberraſchte ihn die Nachricht von dem Tode ſeines Vaters. Ich benutzte dieſe Gelegen⸗ heit ſo gut ich konnte; er ſchien geruͤhrt, ver⸗ ſprach mir zu folgennur muͤſſe er noch ſo lange in Neapel bleiben, bis er ſeine betraͤcht⸗ lichen Schulden bezahlt haͤtte. Er gab mir deßhalb die noͤthigen Auftraͤge, mit welchen ich nach Teutſchland abreiſete, zugleich mit der ſchriftlichen Verſicherung: daß ich nach dem Tode ſeines Gerichtshalters deſſen Stelle erhalten, und ſo lange der alte Mann noch lebte, ihn fuͤr thaͤtige Dankbarkeit des Grafen in ſeinem Amte unterſtuͤtzen ſollte.

Der alte Gerichtshalter empfing den ungebe⸗ tenen Gehuͤlfen eben nicht freundlich; deſto freundlicher empfing ihn ſeine Tochter ein Maͤdchen ich muß noch jetzt geſtehen, daß ich nie ein ſchoͤneres reitzenderes Maͤdchen geſehen habe. Sie war erſt vier Wochen vor mir, nach