Zweyter Theil. 13
ſchmeichelte, nun jeder einſehen wuͤrde, daß man mich verkannt haͤtte. Dieß war ein Stuͤck⸗ chen Weg, das mir das Schickſal mit Blumen beſtreute, um lhich uͤber Blumen unter Dornen zu treiben.
Der Anfang unſerer Reiſe war erwuͤnſcht, war uͤber meine Wuͤnſche. Dex vergaß den Grafen, und gab ſich mir ganz zum Freunde;
ſein Name und vollguͤltige Empfehlungen, wo⸗
mit er verſehen war, eroͤffneten uns Haͤuſer, die vielen andern Reiſenden verſchloſſen bleiben, und dieß machte uns unſern Aufenthalt in Ita⸗ lien eben ſo angenehm als lehrreich. Allein die Herrlichkeit dauerte nicht voͤllig Ein Jahr. Ein Weib in Neapel verdarb den Grafen, brachte mich um ſeine Freundſchaft, ihn um ſein Geld, um ſeine Ehre, um ſeine ganze moraliſche Guͤte. Vergebens waren meine Bit⸗ ten und Vorſtellungen, vergebens vereinigte ein Freund des alten Grafen, der Freyherr von Mex, der ſich eben damals in Neapel aufhielt, ſeine Bemuͤhungen mit den meinigen, um den verblendeten Juͤngling aus einer Verbindung heraus zu reißen, welche in mehr als Einer


