Teil eines Werkes 
15. Bd. (1816)
Entstehung
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taͤuſchten bitter ſpottete? wenn es uns mit der einen

4 Paͤchter Martin.

wo nicht Jahre, doch gewiß Tage und Wochen, in welchen ihm wohl war, wo er ſein Daſeyn ſegnete, wo er ſich gluͤcklich fuͤhlte. Nun ja; wer wollte und koͤnnte auch ſonſt das Leben aus⸗ halten? Wie aber, wenn der Labetrank, der uns ſtaͤrkte, uns nur zur Ertragung neuer und groͤßerer Leiden ſtaͤrkte? wenn das Gluͤck uns durch ſein Laͤcheln taͤuſchte, und dann des Ge⸗

Hand gab, um mit der andern deſto mehr zu nehmen? wenn es uns den Becher der Freude 8 durch irgend eine herbe Beymiſchung ungenießbar machte? oder uns hier und da einige Blumen auf den Weg ſtreute, um uns uͤber dieſe Blumen unter Dornen zu treiben? 3 Dieß war mein Schickſal. Ich habe wenig heitre Tage gehabt. Schien mir einmal die Sonne, ſo folgte gewiß bald ein Ungewitter; mein ſcheinbares Gluͤck loͤſ'te ſich immer in groͤße⸗* res Ungluͤck auf. Hoͤrt meine traurige Geſchichte, und weint dem Ungluͤcklichen die Thraͤne des Mit⸗ leids. Doch nein; ich mag eure Thraͤnen und euer Mitleid nicht ſpart das fuͤr euch ſelbſt und eure Freunde! Ich erzaͤhle, um meinem