Teil eines Werkes 
14. Bd. (1816)
Entstehung
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248 Paͤchter Martin.

von Herzen gut zu ſeyn, keineswegs dem Froh⸗ ſeyn, dem Menſchlich Frohſeyn entgegen geſetzt iſt.

Genieße dankbar was ein guter Gott dir gab, aber genieße weiſe, um nicht mit Stun⸗ den von Freuden Tage und Jahre von Schmer⸗ zen zu erkaufen! Lerne Taumel von Freude unterſcheiden, und voruͤber eilende Vergnuͤgun⸗ gen von wahrem Lebensgenuſſe! Da winkt dir der Becher der Freude beym freundſchaft⸗ lichen Mahle, trinke ihn immer, ſo lange du Freude daraus trinken kannſt; aber wiſſe, daß der Unmaͤßige nicht mehr Freude, ſondern toͤdtenden Gift trinkt! Und ſiehe, ſo iſt es

mit jedem ſinnlichen Genuſſe. Unmaͤßigkeit

berauſcht, aber nach wenigen Stunden verfliegt der Rauſch, und läßt, ach, oft bittere Nach⸗ wehen zuruͤck. Wie mancher moͤchte mit ſei⸗ nem Blute den Frieden der Seele, den er im Rauſche verſcherzt, zuruͤck kaufen! Da man aber nur mit einem ſchuldloſen reinen Herzen heiter zu Gottes Himmel aufblicken, und mit feſterm Tritt auf ſeinem Lebenspfade fortwan⸗