Teil eines Werkes 
14. Bd. (1816)
Entstehung
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Erſter Theil.

deln kann ſollte es da nicht auch der Muͤhe werth ſeyn, uͤber ſich ſelbſt, uͤber ſein eigenes Herz zu wachen, und ſich Unſchuld und gutes Gewiſſen zu erhalten? Und da du als Menſch, beſeelt von einem Strahle goͤttlichen Lichts,

hoͤherer, beſſerer Freuden empfaͤnglich biſt, als

des bloßen Sinnengenuſſes, den du mit den Thieren gemein haſt; ruft dich da nicht offen⸗ bar das Gefuͤhl deiner Wuͤrde auf: keine Ge⸗ legenheit zur Bildung deines Geiſtes und Her⸗ zens zu verabſaͤumen, vielmehr mit unablaͤſſi⸗

gem Fleiße nach groͤßerer Vollkommenheit zu

ringen, immer weiſer, immer beſſer zu wer⸗ den? Dieß um ſo viel mehr, da durch dieſe

hoͤhern Freuden ſelbſt die kleinen Vergnuͤgun⸗

gen des Erdenlebens veredelt und verſchoͤnert werden. Welch ein himmelweiter Unterſchied zwiſchen dem Bacchanale, wo Eſſen und Trin⸗ ken der Hauptzweck der Verſammlung iſt, und dem freundſchaftlichen Nahle, wo Wieelands Grazien nicht erroͤthen duͤrften, Theil zu nehmen! Es ſey, daß bey euren Schmauſe⸗

reyen zuweilen aus vollem Halſe gelacht wird:

aber das iſt uns noch lange nicht Beweis,