244 Paͤchter Martin.
lingsſpiele unſrer Jugend, wo wir ſo harmlos und ſorgenfrey, uns, unbekuͤmmert um die Zu⸗ kunft, der Gegenwart freuten, wie ſchnell ſind ſie hingeſpielt! Der angehende Sommer unſers Lebens, wo die Roſe uns in ihrer vollen Pracht entgegen bluͤht, die ganze Erde ſich in Himmel kleidet, und jedes Bluͤmchen Freude athmet; wo das Blut in unſern Adern huͤpft, und lachende Bilder der Phantaſie uns umtanzen; wo, wenn wir ja einmal in truͤber Laune klagen, dieſe Klage auch leicht wieder verſtummt, und in Freude verwandelt wird— der ſchoͤne Vorſommer, wo wir im Vollgenuß unſrer Kraft da ſtehen, wie der Baum in ſeiner Bluͤthe, auch er wird uns vom Strom der Zeit mit fortgeriſſen— und wie ſchnell!
Kaum ſchien uns noch mit erſtem Strahle Die Sonne ſanft und mild: So naht des Sommers Gluth, und ſenget Schon manches Bluͤmchen ab, Und Blumen, die des Sommers Gluth ver⸗ ſchonte, Dort ſinken ſie ins Grab!
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