Erſter Theil. 243
ich die Thaten erfuͤllter Pflicht, wo mein Herz mir Beyfall klopfte; aber mit Wehmuth erinnere ich mich auch ſo mancher Fehler, zu welchen Wahn, und Irrthum, und Leichtſinn und Lei⸗ denſchaft mich verleiteten! Und was wird nun in Zukunft mein Loos, und was werde ich ſelbſt ſeyn?
Ja es iſt eine ernſte feierliche Stunde, die Abſchiedsſtunde des ſterbenden Jahrs— ernſt und feierlich wie die Stunde der letzten Trennung vom Freunde, und gewiſſermaßen, wie einer unſrer Dichter ſagt, noch ernſter und feierlicher;
denn den ſterbenden Freund ſehe ich wieder; des
Menſchen Todesſtunde iſt die Stunde ſeiner Ge⸗ burt zum beſſern Leben: aber jeder verlebte Tag iſt auf ewig fuͤr uns verloren, wenn wir ihn nicht durch edle Thaten bezeichnet haben!
Achttauſend ſiebenhundert und ſechzig Stun⸗ den in Einem Jahre!— ihre Zahl ſcheint groß; aber wie ſchnell floſſen ſie hinuͤber in's Meer der Ewigkeit!— Und wie ſchnell eilen Tage und Jahre des Lebens hin! Der Traum der erſten Kindheit, wie bald iſt er vertraͤumt! Die Fruͤh⸗


