Teil eines Werkes 
13. Bd. (1816)
Entstehung
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daß Ninon nach Verſailles zoͤge, damit er, der Koͤnig, ſich ihres belebenden Umgangs er⸗ freuen koͤnnte. Ninon ſchlug es aus, weil ſie zu alt ſei, um ſich an den Zwang des Hof⸗ lebens gewoͤhnen zu koͤnnen wahrſcheinlich aber noch mehr, um nicht einen alten Herrn unterhalten zu ſollen, der nicht mehr unter⸗ haltbar war, weil nichts an ihm haftete. Der Koͤnig wuͤnſchte ſie alſo nur noch einmal zu ſehen, und Ninon erſchien wirklich vor ihm mit ſchoͤnem Anſtand, mit einnehmender Wuͤrde, und war damals eben achtzig Jahr' alt. Der Koͤnig unterhielt ſich mit ihr in einem leichten Anflug jugendlicher Artigkeit, und nannte ſie ſelbſt eins der ausgezeichnetſten Wunder ſeiner Periode. Einige Zeit nachher lief ein artiges Ge⸗ dicht auf den Dauphin umher, das ein alter Offizier dieſem uͤbergeben hatte, um ſich zu einer Penſion zu empfehlen. Es gefiel ſo ſehr, daß man nachfragte, wer es gemacht habe, und der Offizier nannte einen Knaben von zwoͤlf Jahren, den Sohn eines Advokaten, der ſein Freund ſei. Ninon wollte den Kna⸗