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ſchon, Sie ſind ſo unruhig, ſo untraktabel, daß ichs gar nicht wage, Sie zu bitten, morgen Abend bei mir zu eſſen. Nein, nicht morgen Abend— ich bin irrig: es iſt ja ſchon zwei Uhr nach Mitternacht, und gegen Mittag erhalten Sie mein Blatt erſt. So waͤr' es denn heute—— Alſſo ein foͤrmliches Rendez- vous! Daß ich das zugeſtehe, beweiſet Ihnen hoffentlich, man ſcheue Sie eben nicht und man wiſſe von all den ſchoͤnen Dingen, die Sie ſagen, nur das fuͤr ſich auszuwaͤhlen, was paßt. Ich kenn' euch, ihr Herren!——
Das ohngefaͤhr blieb Ninon— und auch das ſchoͤnſte Weib— bis gegen ihr ſechzigſtes Jahr; und ſelbſt hernach war ſie noch aͤußerſt angenehm, immer geiſtreich, heiter, und leich⸗ ten Sinnes bis in das ſpaͤteſte Alter. Aus ihren letzten Jahren nur noch einige Zuͤge, die wenig bekannt zu ſeyn ſcheinen.
Ludwig der XIV., der nun auch alt wor⸗ den war und nicht ſelten von Langeweile und
Lebensuͤberdruß gedruͤckt wurde, wuͤnſchte, und
die Freundin ſeines Alters, von der ſchon fruͤ⸗ her geredet worden, wollte ſelbſt vermitteln,


