Teil eines Werkes 
11. Bd. (1816)
Entstehung
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war ich zwei volle Stunden fruͤher aus den Federn, um Hand an das große Werk zu legen. Es ging gut und ſchnell, und bald ſtand ich, wie meines lieben Goekings Ahn⸗ herr, Paul, vor meinem großen Spiegel, nicht um, wie Er, mir Geſichter zu ſchnei⸗ den, und auch nicht um mir ſelber die Hand zu kuͤſſen denn dies that mein Mann, mit der Verſicherung, daß meine Geſtalt ihm ſchoͤ⸗ ner und ſchlanker duͤnke, als vor zehn Jahren, an unſerm Hochzeittage ſondern um mich mit eigenen Augen zu uͤberzeugen, daß die Goͤttin Mode dieſesmal, ganz gegen ihre Ge⸗ wohnheit, ſo vortheilhaft fuͤr den Schein, als fuͤr die Wirklichkeit geſorgt habe. Nur fand ſich, daß der knapp anliegende Rock mit den bauſchenden Taſchen ſich nicht vertragen wollte! Sie wurden, nach Urtheil und Recht, abge⸗ legt, und meine Schluͤſſel nebſt Zubehoͤr in ein Koͤrbchen verwieſen. Nun ging ich froher als eine Koͤnigin in meinem kleinen Reich umher: die Freude waͤhrete aber nicht lange! Bald kam eine Magd: Madam, den Kellerſchluͤſſel! Maſchinenmaͤßig griff ich nach 6. f. F. IV. H. 7