Teil eines Werkes 
11. Bd. (1816)
Entstehung
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den Taſchen Wart' nur, ich habe den Schluͤſſel oben! Ich ging ihn zu holen. Kaum war ich wieder unten, ſo kam eine andere: Madam, den Schluͤſſel zum Boden! eine dritte: Madam, ich brauche dies oder jenes aus dem Gewoͤlbe 1 So fanden meine Leute immer zu warten, und ich hatte vollauf zu laufen. Brachten ſie die Schluͤſſel wieder, ſo hatte ich vielleicht gerade ein Geſchaͤft, das ich nicht verlaſſen konnte: ſie wurden hingelegt und das naͤchſtemal, als ſie gebraucht werden ſollten, geſucht. Die Un⸗ ordnung in meiner Wirthſchaft wurde von Tage zu Tage groͤßer und das Deficit in der Kaſſe ſtaͤrker. Mein Mann wurde uͤbler Laune; wir ſchmollten er ging oͤfter aus Einſt holte ich Waͤſche aus dem Schranke und eine meiner abgelegten Taſchen fiel mir entgegen. Wie ein Blitzſtrahl fuhr ein Ge⸗ danke durch meine Seele; ich ſtand da, wie ein Dichter ſtehen mag, wenn ihm, nach lan⸗ gem vergeblichen Rufen, der Genius ploͤtzlich erſcheint und gleich mit dem Plane zu einem Drama ins Haus faͤllt. Alſo ich! Wie? rief ich laut, denn alles Genialiſche will Luft