Teil eines Werkes 
11. Bd. (1816)
Entstehung
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und die bunten Journale waren noch nicht in meinem Hauſe zur Bluͤthe gekommen.

Aber um die Zeit der großen Revolution in der politiſchen Welt, kam auch etwas von der neueſten in der Modewelt mir zu Ohren und Geſicht. Mein Mann, der oft das benachbarte Staͤdtchen beſuchte, und dem aus dem ehemals gehoͤrten aͤſthetiſchen Kollegium etwas in der Seele geblieben ſeyn mag, erzaͤhlte mir mit ſo vielem Feuer von dem verſchoͤnten und verſchoͤ⸗ nernden Anzuge der Frauen, daß ich, als eine Tochter Evens, meine Neugier nicht laͤnger be⸗ ſiegen konnte. Ich fuhr hin; und wahrlich! ich konnte es meinem Manne nicht verdenken, daß er ſein Auge von meinem faltenreichen Rocke wendete, um es auf die ſchlanken, ſchoͤnen For⸗ men zu heften, die im Saale auf und nieder ſchwebten. Auch entdeckte ich bald, vermoͤge meines oͤkonomiſchen Sinnes, daß ich aus Ei⸗ nem meiner unanſehnlichen Roͤcke zwei anſehn⸗ liche machen koͤnnte was denn auch ein Mo ment war! Ich zupfte und trieb meinen Mann, Anſtalt zu machen, daß wir ſchnell nach Hauſe kaͤmen; es geſchah, und am andern Morgen