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erlernen; aber eine ſchoͤne Stimme iſt ein Ge⸗ ſchenk der Natur, und das kann man ſich nicht ſelber geben. Was man ſich nicht ſelber ge⸗ ben kann, daruͤber muß man ſich beruhigen.— Er lernte mit großer Anſtrengung die richtige Melodie. Jetzt lernt er ſogar mit bewunderns⸗ wuͤrdigem Fleiße Klavierſpielen, und bringt es ſo weit darin, daß er ſchon ſeinem Lehrer Ver⸗ gnuͤgen macht.—.
Du ſieheſt, mit mir kam der Knabe bald in ein ganz gutes Gleis; aber von dem Va⸗ ter blieb er lange entfernt. Er war zuruͤck⸗ haltend und nicht zaͤrtlich, ohngeachtet ihn die⸗ ſer nie wieder geſchlagen hatte und ſtrenge ge⸗ recht gegen ihn war. Doch, nach und nach, wie er aͤlter wurde, gewann auch der Vater ſeine Liebe, vornehmlich dadurch, daß er jede freundliche Miene des Knaben und die kleinſte Annaͤherung gleich mit Liebkoſen erwiederte, ihm Kartenhaͤuſer baute, den Stecken mit ihm ritt und ſich wol gar auf das Schaukelpferd
ſetzte. Jetzt leben ſie mit einander auf dem beſten Fuß von der Welt. So war vieles gewonnen; aber noch nicht


