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Schmerzen nicht achtete, druͤckte hierbey den empfindlichſten Schmerz aus. 8 So waren einige Jahre hingegangen. Guſtav hat einen ſtarken Knochenbau, und kam mir etwas unbeholfen und hoͤlzern vor. Ich uͤbergab ihn dem Tanzmeiſter. Nachdem dieſer ihm die Poſitionen gewieſen hatte, und die Stunde voruͤber war, trat er mit einer gravitaͤtiſchen Miene zu mir und erklaͤrte: „Mutter, ich will nicht tanzen lernen.“
Warum nicht?
„Das Zeug iſt nicht noͤthig.“
Gut, du ſollſt es nicht lernen.
Nach einiger Zeit veranſtaltete ich in mei⸗ ner Familie einen Tanz. Ein anderer Knabe zog mich zu einer Menuet auf; man lobte den kleinen Chapeau wegen ſeines einnehmen⸗ den Anſtandes ſehr. Nicht acht Tage waren voruͤber gegangen, und weißt du, wer zu mir kam? Guſtav, mit der Bitte, den Tanzmei⸗ ſter doch wieder rufen zu laſſen. Ich gewaͤhrte ihm ſeine Bitte nach einem kurzen Verweiſe, und er iſt bald ein leidlicher kleiner Taͤnzer geworden, und hat vielen Anſtand gewonnen.


