Teil eines Werkes 
10. Bd. (1815)
Entstehung
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einmal die Erinnerungen an ihre Kindheit und ſtanden wie herangewachſene Geſpielen mit be⸗ deutenderen Blicken vor ihrem Geiſte. Das frohe, in beſtaͤndigem Glanz bewegliche Leben auf dem Schloß ihrer Aeltern, zog noch einmal vor ihrem Blick voruͤber, mit allen den ſchoͤnen Farben geſchmuͤckt, wie es ihr Gedaͤchtniß in den Jahren der Kindheit aufgefaßt hatte, und mit dem magiſchen Schimmer beleuchtet, in welchen Erinnerung und Hoffnung, gleich der Morgen⸗ und Abendſonne, ihre Gegenſtaͤnde ein⸗ huͤllen. Sie fuͤhlte, daß es auch außer der kloͤſterlichen Abgeſchiedenheit Freuden gebe, deren ſich ihr reines Gemuͤth mit Wohlgefallen erinnerte, und auf einmal ſah ſie ſich ausge⸗ ſchloſſen von einem Gluͤck, welches ihre Schwe⸗ ſter an Antonio's Seite erwartete, deſſen Liebkoſungen ihr nun als das erſchienen, wovon ihre, in himmliſchen Gegenden ſchwaͤrmende Fantaſie ihr nur ein ſchwaches Vorbild gezeigt hatte. Fiora's Vermaͤhlungstag ward ihr ein gefuͤrchteter Zeitpunkt, denn an dieſem ſoll⸗ te ſie der Welt entſagen, und aus den kloͤſter⸗ lichen Mauern blickte ihr jetzt nicht mehr das