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empfangen hatte, ſey ein Sohn des Gaͤrtners geweſen, und habe ihm durch die ſeltne Blu⸗ me ſeine Aufmerkfamkeit beweiſen wollen. Das Maͤdchen behauptete aber, ihr Vater, der
Gaͤrtner, habe keinen Sohn und ſie ſei die ein⸗
zige Tochter. Von einem Knaben wußte ſie gar nichts anzugeben, und endlich ſchien ſie gar etwas aͤngſtlich zu werden, als Antonio
fortfuhr, nach dem Knaben zu fragen.
Der Morgen war indeſſen groͤßtentheils voruͤbergegangen, und die zunehmende Waͤrme trieb Antonio'n nach dem Schloſſe, wo man ihn ſchon bei dem Fruͤhſtuͤck erwartete. Die Braut und Ottilie waren noch nicht zugegen. Man ſcherzte uͤber manche drollige Vorfälle des geſtrigen Tages, doch ſchienen ei⸗ nige Tanten, welche das vaͤterliche Schloß nie
hatten verlaſſen wollen, in den frohen Ton
nicht mit einzuſtimmen. Bedenkliche Mienen wechſelten mit abgebrochnen bedeutenden Wor⸗ ten; auf den Geſichtern der ab⸗ und zugehenden Dienerſchaft malte ſich Bangigkeit und Neu⸗ gierde; man ſchien etwas verſchweigen und zu⸗ gleich auch entdecken zu wollen. Endlich brach
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