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welcher vielleicht erſt jenen Verdacht zufallig erweckte.
Antonio's Freude war geſtoͤrt. Seine
Liebe, und die Gewißheit, er werde geliebt, war noch zu neu; er fuͤrchtete, Ottiliens
jung aufkeimende Neigung verletzt zu haben.
Er ahndete eine moͤgliche Spannung unter den
Schweſtern, welche bei Fioren Verdacht er⸗
regen, und Ottilien Verlegenheiten ausſe⸗ tzen konnte. Da trieb ihn die Unruhe wieder in den Garten; er hocfte, noch eine Roſe zu finden, waͤr' es auch nur eine, von kaum durch⸗ ſcheinender Roͤthe gefaͤrbte jugendliche Knoſpe. Dieſe wollte er dann Ottilien als Pfand ſeiner Liebe bringen.
Allein, er ſuchte vergebens. Im Garten bluͤhten die ſchoͤnſten Fruͤhlingsblumen in den bunteſten Farben, aber die Roſenknoſpen, ſelbſt der fruͤheſten Gattungen, waren noch tief in den Blaͤttern verborgen, und hatten ſich kaum noch aus den Stengeln entwickelt. Der Buſch, an welchem er geſtern die Roſe entdeckt hatte, war gruͤn und friſch, aber an


