Teil eines Werkes 
10. Bd. (1815)
Entstehung
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Entzuͤckens ſuchte er die Geliebte durch die wei⸗ ten Saͤle, bis er endlich bemerkte, daß alle Gaͤſte ſich entfernt hatten, und nur noch einige Diener mit den verloͤſchenden Lichtern beſchaͤf⸗ tigt waren.

Der Morgenſtrahl glaͤnzte Antonio'n entgegen, als er in ſein Zimmer trat. Er warf ſich auf ſein Bett, nicht um zu ruhen, ſondern um ſeine Empfindungen feſt zu halten und bei den Bildern der vergangenen Stun⸗ den in ungeſtoͤrtem Genuß zu verweilen. Ot⸗ tiliens Liebe ſchien ihm gewiß. Ihr Blick, das hohe Erröthen ihrer Wangen, als er ſie in der Gondel erſt ſchuͤchtern und, da ſie nicht widerſtand, bald feuriger umfaßte, hatte ihm ihr Gefuͤhl deutlich verrathen; ihr dringendes Fragen nach dem Geber der Roſe, ließ ihm jetzt keinen Zweifel. Er ſchalt auf die Unge⸗ ſuͤmen, die ihn der Braut zu uͤberlaſſen noͤ⸗ thigten, was er einzig der Geliebten beſtimmt hatte. Der Vorzug, den jene erhielt, hatte vielleicht dieſe erſt gereizt, und der Verdacht einer fremden Geberin war leichter zu entfer⸗ nen, als der Schein einer Vernachlaͤſſigung⸗