Teil eines Werkes 
9. Bd. (1815)
Entstehung
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edlen Anſtande den Schimmer eines ſchoͤnen Verſtandes aus beſcheidenen Blicken hervor⸗ ſpielen, und, indem ſich in ihrem Geſichte ein zaͤrtliches Gefuͤhl und wohlwollendes Herz ab⸗ malt: ſo bemaͤchtigt ſie ſich ſowol der Neigung als der Hochachtung eines maͤnnlichen Herzens. Die zweyte zeiget Munterkeit und Witz in la⸗ chenden Augen, etwas feinem Muthwillen, das

Schaͤkerhafte der Scherze und ſchalkhafte

Sproͤdigkeit. Sie reizt, wenn die erſtere ruͤhrt, und das Gefuͤhl der Liebe, deſſen ſie faͤhig iſt und welche ſie Andern einfloͤßt, iſt flatterhaft, aber ſchoͤn; dagegen die Empfin⸗ dung der erſteren zaͤrtlich, mit Achtung ver⸗ bunden und beſtaͤndig iſt. Ich mag mich nicht in gar zu ausfuͤhrliche Zergliederung von dieſer Art einlaſſen; denn in ſolchen Faͤllen ſcheint der Verfaſſer jederzeit ſeine eigene Neigung zu malen. Indeſſen beruͤhre ich noch: daß der Geſchmack, den viele Damen an einer geſun⸗ den aber blaſſen Farbe finden, ſich hier verſte⸗ hen laſſe; denn dieſe begleitet gemeiniglich eine Gemuͤthsart von mehr innerem Gefuͤhl und zaͤrtlicher Empfindung, welches zur Eigenſchaft