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des Erhabenen gehoͤret, dagegen die rothe und bluͤhende Farbe weniger von der erſtern,
allein mehr von der froͤhlichen und muntern Gemuͤthsart ankuͤndigt: es iſt aber der Eitel⸗
keit gemaͤßer zu ruͤhren und zu feſſeln, als zu
reizen und anzulocken. Es koͤnnen dagegen Perſonen ohne alles moraliſche Gefuͤhl und oh⸗
ne einigen Ausdruck, der auf Empfindung deu⸗
tete, ſehr huͤbſch ſeyn; allein ſie werden weder ruͤhren noch reizen, es ſey denn denjenigen derben Geſchmack, von dem wir Erwaͤhnung gethan haben, welcher ſich bisweilen etwas verfeinert und dann nach ſeiner Art auch waͤhlet.
Es iſt ſchlimm, daß dergleichen ſchoͤne Ge⸗
ſchopfe leichtlich in den Fehler der Aufgebla⸗ ſenheit verfallen, durch das Bewußtſeyn der ſchoͤnen Figur, die ihnen ihr Spiegel zeigt, und aus einem Mangel feinerer Empfindungen; da ſie dann alles gegen ſich kaltſinnig machen, den Schmeichler ausgenommen, der auf Ab⸗ ſichten ausgeht und Raͤnke ſchmiedet. (die Fortſetung folgt.)
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