Teil eines Werkes 
9. Bd. (1815)
Entstehung
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Was den etwas feinern Geſchmack anlangt, um deſſentwillen es noͤthig ſeyn moͤchte, einen Unterſchied unter den aͤußern Reizen der Wei⸗ ber zu machen ſo iſt er, entweder auf das, was in der Geſtalt und dem Ausdrucke des

weibliche Geſchlecht in der tiefſten Sklaverey? Ein Verzagter iſt den Schwächern allezeit ein ſtrenger Herr, ſo wie auch bey uns der Mann je⸗ derzeit ein Tyrann in der Kuͤche iſt, der außer ſeinem Hauſe ſich kaum erkuͤhnet, Jemandem unter die Augen zu treten. unter allen Wilden ſind keine, bey denen das weibliche Geſchlecht in gro⸗ ßem Anſehn ſtaͤnde, als die von Canada. Viel⸗ leicht uͤbertreffen dieſe darin ſogar unſern geſitteten Welttheil. Nicht als wenn man den Frauen dort demuͤthige Aufwartungen machte: das ſind nur Komplimente; nein, ſie haben wirklich zu beſeh⸗ len. Sie verſammeln und berathſchlagen ſich uͤber die wichtigſten Anordnungen der Nation, uͤber Krieg und Frieden. Sie ſchicken darauf ihre Ab⸗ geordneten an den maͤnnlichen Rath und gemeint⸗ glich entſcheidet ihre Stimme. Aber ſie erkaufen dieſen Vorzug theuer genug. Sie haben alle haͤus⸗ lichen Angelegenheiten auf dem Halſe, und nehmen zugleich an allen Beſchwerlichkeiten der Maͤnner mit Antheil.