Der große Kritiker
uͤber die Weiber.
(Fortſetzung.) Da unſre Abſicht iſt, uͤber Empfindungen zu urtheilen, ſo kann es nicht unangenehm ſeyn, die Verſchiedenheit des Eindrucks, den die Geſtalt und die Geſichtszuͤge des ſchoͤnen Ge⸗ ſchlechts auf das maͤnnliche machen, wo moͤglich unter Begriffe zu bringen. Dieſe ganze Be⸗ zauberung iſt im Grunde uͤber den Geſchlechts⸗ trieb verbreitet. Die Natur verfolgt ihre große Abſicht, und alle Feinheiten, die ſich hinzugeſellen, ſie moͤgen noch ſo weit davon abzuſtehen ſcheinen, ſind nur Vetbraͤmungen, und entlehnen ihren Reiz doch am Ende aus eben derſelben Quelle. Ein geſunder und der⸗ ber Geſchmack, der ſich jederzeit ſehr nahe an die Abſicht der Natur haͤlt, wird durch die Reize des Anſtandes, der Geſichtszuͤge, der Augen ꝛc. an einem Frauenzimmer wenig ange⸗ fochten, und ſieht mehrentheils die Delikateſſe Anderer fuͤr leere Taͤndeley an. Der groͤßeſte


