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hochgebietend wie die Koͤnigin des Himmels. Noch hatte ſie die Stifterin der Ehen nicht mit
dem hochzeitlichen Kranze geſchmuͤckt, denn ſie
lachten jedes Sterblichen, und dachten nur mit den Goͤttern ſich zu verbinden. Der Koͤnig, geſinnt wie ſie, und um Enkel nicht ſehr beſorgt, denn zahlreiche Soͤhne ſtuͤtzten ſein Haus, dul⸗ dete was ſie begonnen, und lachte mit ihnen der Verzweiflung derer, die um ihretwillen ſtarben; doch ſich durch ſie mit den Olympiern zu verbin⸗ den, hoffte er laͤngſt nicht mehr, mehr ſinnend
fuͤr ſie auf eine Stelle unter den ewigen Jung⸗
frauen des Himmels. Ddie Göoͤtter ſahen den Uebermuth, und unter allen war nur eine freundliche Gottheit, den ſtolzen Koͤnig zu warnen. Nemeſis zuͤrnte, die Verbrechen und Strafe ſaͤende Ate umſchlich ſein naͤchtliches Lager, und die himmliſche Flamme, die Warnerin, wehte vergeblich uͤber ſeinem Haupte; ſanft verlor ſie ſich, von ihm nicht geachtet, allemal in der Gegend, wo Leucippe ſchlummerte; himmliſcher wurden dann ihre Traͤume, und nur ein Schrecken, Entſetzen vor Thorheit und Laſter, durchbebte ihr Herz.—


