Teil eines Werkes 
7. Bd. (1815)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

74 Eenoeeereee

ankommen, wo ich ihn am andern Morgen zu⸗ erſt erblickte. Voll Jugendluſt und frohen Lebensſinnes, der gern nach jedem zeitkuͤrzen⸗ den Abenteuer haſcht, ſandte er am andern Mor⸗ gen ſeinen Wagen voraus, um ſich in dem unſern ein Plaͤtzchen erbitten zu koͤnnen. Die Liebe, ſagte er mir, hat, wie die Andacht, ihre prophetiſchen Augenblicke und ihre myſtiſche Buͤrgſchaft des Wiederſehens fuͤr jede Trennung: ich ging von St. Petersburg nach Paris zuruͤck in Begleitung Ihres Bildes und in der Zuver⸗ ſicht, ich werde Ihnen irgendwo wiederbegeg⸗ nen. Als mich dieſer letzte Feldzug Ihrem Vaterlande ſo nahe fuͤhrte, ward mir dieſe Moͤg⸗ lichkeit zur Gewißheit, und es befremdete mich faſt gar nicht, als ich in Luͤbeck, in Zimmer Ihrer Schweſter, Ihr Gemaͤlde fand. Uner⸗ ſchoͤpflich war ich aber in Fragen, die Ihrer guten Schweſter im Munde des fremden Man⸗ nes unverdaͤchtig klangen, und von ihr gern be⸗ antwortet wurden. Doch ſah ich Sie nachher, ohne Sie zu erkennen, und nur als Ihr Brief und Lefevre mich von dieſer Gunſt des Zufalls unterrichteten, fuͤhlte ich den ganzen Werth jener

8