Teil eines Werkes 
7. Bd. (1815)
Entstehung
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Der Koͤnig ward ungeduldig, weil er das Warten nicht gewohnt war, es half aber nichts. Wollte er das Geheimniß wiſſen, ſo mußte er der Beſitzerin etwas zu gut halten.

Endlich war der Sturm der Empfindungen geſtiullt, und die Dame hub an:

Ew. Majeſtaͤt, ſagte ſie, koͤnnen ſich zu dieſem Schatze gratuliren. Dieſes Portrait iſt niemand anders als Prinzeſſin Adele von den gluͤcklichen Huͤgeln, ein Wunder an Schoͤn⸗ heit, Verſtand und Tugend, wie niemand beſſer wiſſen kann, als ich, da ich das Gluͤck gehabt habe, ihre Amme zu ſeyn.

Der Koͤnig war entzuͤckt, Namen und Aufenthalt ſeiner unbekannten Geliebten kennen. Er beſchenkte ſogleich die Lobrednerin und ihren Gemal, den Oberkoch, mit einem Königreich, und beſchloß auf der Stelle einen Geſandten an die ſchoͤne Prinzeſſin zu ſchi⸗ cken, und ihr Herz, Hand und Reich antra⸗ gen zu laſſen.

Der Geſandte wurde aus der beſten Familie gewaͤhlt, und war uͤberdies ein Mann von erprobter Erfahrung am Hofe. Er hatte