Teil eines Werkes 
7. Bd. (1815)
Entstehung
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ſicht half indeſſen auch nichts, denn der Koͤnig ſetzte ſich auf den Fußboden, nicht, und trank nicht, und rief ohne Unterlaß den Tod. Die Leibaͤrzte kamen auch, das lange Faſten aber hatte den armen Koͤnig ſo geſchwaͤcht, daß er ſie fortjagte, weil er glaubte, ſie wuͤr⸗ den ihn kuriren.

Das Finanzkollegium fand bei dieſen Um⸗ ſtaͤnden das koͤnigliche Kuͤchenperſonale uͤberfluͤßig und dankte es ab. Der Oberkoch aber war ein ſchlauer Fuchs, der mehr konnte, als kochen und braten. Er ließ ſeine Frau ſieben⸗ fache Schleier umnehmen, unterrichtete ſie von ſeinem Plane, und ſchickte ſie zu dem Koͤnig, bei welchem alle Trauernde freien Zutritt hatten.

Die Verſchleierte weinte ſchon von fern ſo heftig, daß der Koͤnig ſeinen Schmerz uͤbertrof⸗ ſen glaubte, und vor Schaam daruͤber noch lau⸗ ter zu weinen anfing. Die Trauernde verdoppelte ihre Thraͤnen, und der Koͤnig weinte ein Dop⸗ pelconcert mit ihr, bis der Thraͤnenſchatz in bei⸗ der Augen erſchoͤpft war. Nun unterhielt die Schleierdame den Koͤnig von den Vortrefflich⸗ keiten ſeiner betrauerten Gemalin und ruͤhmte