Teil eines Werkes 
6. Bd. (1815)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

machte. Dennoch hoͤrte ſie nun blos auf die Stimme der aͤltern Pflicht und das Wehklagen ihrer Schweſter; nahm zaͤrtlich, doch ſtand⸗ haft, von Joſeph Abſchied, und half den verwundeten Schwager in ſein Haus ſchaffen. Andreas konnte jedoch nicht eeher Ruhe finden, bis ihm die Schweſtern das Geheimniß, ſo weit noͤthig, anvertraut hatten. Seine Wunden in Schulter und Bruſt ſchienen keine Hiebe oder Stiche, doch waren ſeine Kraͤfte von ſtarkem Blutverluſt ſehr erſchoͤpft.

Darum alſo wollteſt du den Herrn Schul⸗ meiſter nicht? arme Schwaͤgerin! ſagte er, alle Lebensgeiſter ſammelnd, in der Nacht zu den wachenden WeibernNun! ein Moͤrder iſt der Fremde nicht: nein! das war nicht ſein Wille; aber, wie es ſonſt mit ihm ſtehen mag, das weiß Gott!

So war denn wenigſtens Eine Angſt von Chriſtels Herzen genommen, obſchon noch genug andere Beſorgniſſe auf daſſelbe druͤckten. Sie weinte unablaͤſſig, bis es tagte, und war am Morgen feſt entſchloſſen, ihren Geliebten, komme es nun auch, wie es wolle, in ſeinem Selene II. 8. H. 5