— 63
ihr gut ſei, erfahren; der alte Herr, der Marino heiße, ſcheine großen Gefallen an ihr zu finden, und dafuͤr moͤge ſie immer ihrer Heiligen auf den Knieen danken!“—
An der hohen Birke ging Thomas ſeines Weges, und Chriſtel, uͤber das Sonderbare ihrer Liebſchaft nicht ohne Unruhe nachdenkend, ſchlenderte langſam nach ihrem Doͤrfchen, von wo aus ihr ein ganz ungewoͤhnliches Getuͤm⸗ mel entgegen ſcholl.
Sie fragte den erſten Begegnenden um die Urſache, und hoͤrte, man habe einen Raͤu⸗ ber gefangen genommen; ſie ging weiter, und ſahe das im Eingange des Doͤrfchens gelegene Haus des Richters mit Menſchen umringt; ſie hoͤrte mit der groͤßten Beſtuͤrzung den Na⸗ men ihres Schwagers nennen, und draͤngte ſich hindurch; ſie riß die Thuͤre auf, und erblickte in einer Ecke ihren Schwager, den man eben verkunden hatte, auf dem Tiſch einen blutigen Saͤbel, im Hintergrunde der Stube aber, von bewaffneten Maͤnnern und mit Stricken gebunden,— ihren Joſeph!
Erbleichend vor toͤdtlichem Schreck, ſtand


