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zu Goͤttern, wie du, Chriſtin, laͤſternd oder mo⸗
diſch ſpielend zu oft ſagſt; nein, zu dem großen Einzigen, der jetzt uͤber Rom furchtbar richtet!
Meine Geſichte— dunkel nennſt du ſie?— vielfacher Deutung faͤhig?— Sie ſinds nie! die meinigen nie! Hell und klar ſind ſie, wie der Tag, der dich umleuchtet!— Arme Caſſandra: niemand glaubt dir, weil niemand ſieht, was du erblickeſt! Dein Wiſſen iſt nur dein Ungluͤck!
Siehe, das Loos iſt geworfen! die verhaͤng⸗ nißvolle Zeit iſt da! Morgen, Alarich, morgen glaubſt du in Rom zu ſeyn?— Honorius, ſchlaͤfft du? Weißt du nicht, daß jener Wun⸗ dermann alle ſeine Geluͤbbde wahr macht?— Morgen wacht der Verderber an den zwölf Tho⸗
ren der heiligen Stadt; nichts kann zu uns her⸗
eindringen, als der Hunger.
Der Senat verſammelt ſich. Man ſpottet des Barbaren, der ſich erkuͤhnt, die Stadt der Welt zu bedrohen. Thoren! vergeßt ihr, daß ihm bis hieher alles gelang? Und ob ihm alles fehlſchluͤg, ſo wird uns ihm der Hunger in die
Haͤnde liefern. Siehe, ihr hofft auf die ſegen⸗.
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