Teil eines Werkes 
5. Bd. (1815)
Entstehung
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ſpendende Tiber: aber traurig ſchleicht der nun bald mit Blut gefaͤrbte Strom voruͤber; ſeine Schiffe bringen dem Feinde Nahrung, nicht uns.

Die Stadt empoͤrt ſich. Man bezweifelt die Moͤglichkeit. Sinnend uͤber die Urſachen unſers Untergangs geht man vor dem Verder⸗ ben uͤber, das laͤngſt ſchon in unſerm Innern wuͤthete, und ſpricht von Verraͤtherei.

Verraͤtherei? Ja, ja, ſie irren nicht! Aber wo? bei der ſchuldloſen, frommen Taube? O Serena! Serena! Sieh, ſie drin⸗ gen herein! Blutlos ſie ſcheuen das hei⸗ lige Blut! zum Himmel moͤcht' es rufen! blutlos verglimmt das Leben der Maͤrtyrin.

Wie nun die Thaͤter davon ſchleichen! wie die dumpfe Verwunderung ſtaunt, daß dies Opfer, ein Geiſt des Abgrunds forderte es, nicht ſogleich den Feind zuruͤcktreibt, und Rom ſeinen alten, ſchwelgeriſchen Schümmer von neuem beginnen laͤßt!

Wie? glaubt ihr, dem boͤſen Seeſen, mit dem ihr in Bund tretet, bereits genug gethan zu haben? Hoͤrt ihr die Stimme des Un⸗ erſaͤttlichen? Stilico raubte der heiligen