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genen Leidenſchaft gegen eine Annicierin hat machen wollen; dieſer Attalus, ein unbedeuten⸗ der Tiſchfreund meines Vaters, iſt auf einmal, durch kurz hinter einander betretene Stufen, auf welche ihn, Gott weis welche Hand, lei⸗ tete, roͤmiſcher Praͤfekt geworden Mein Vater kann ihm den freieren Zutritt in ſeinem Hauſe, in Stunden, wo er auch mich zuweilen treffen muß, nicht verſagen; er fordert dieſe Vor⸗ rechte mit allem Uebermuth ſeines Standes, und ich bin, kann ich ihm einmal nicht ent⸗ weichen, das Ziel ſeiner zuͤgelloſen Blicke. Annicius, ungeachtet er von dem, was ich fuͤrchte, noch nichts weiß, ſieht die ſchnelle Er⸗ hoͤhung eines Menſchen, der ſich unter unſern gemeinſten Paraſiten verlieren wuͤrde, mit ſehr ernſten, ahnungsvollen Blicken an. Er ſpricht von Einwirkung verborgener Maͤchte, von bo⸗ ſen Vorzeichen, von Verraͤtherei. Er verachtet und verabſcheuet den, den er jetzt ehren muß. Was wuͤrde er ſagen, wenn er genoͤthiget waͤre, die Bewerbungen eines Unwuͤrdigen um ſeine Läta anzuhoͤren; um die Laͤta, von welcher er neulich, da er ihre Thraͤnen um Honorius


