Teil eines Werkes 
5. Bd. (1815)
Entstehung
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wird, dich auf ewig zum Schleier verdammt, der den Maͤnneraugen ſo widrig iſt. Dte Natur giebt dir ſie in einem Jahre verſchoͤnert wieder, und bis dahin hat die roͤmiſche Sitte auch Mit⸗ tel. Eutrop hat mir das hochrothe Haar der ſchoͤnſten Sicambrierin mitgebracht, in welchem ich an deinem Einweihungstage die naͤchtliche Feier eroͤffnen will. Dieſe Farbe iſt jetzt die beliebteſte. Beneide die kleine Junia Plautilla, die mit den ſchoͤnen morgenroͤthlichen Locken von der Natur ausgeſtattet ward; ſie wird ihrem Marcus darum nicht minder gefallen, und du ſollſt aͤhnliche haben jenſeit des Schleiers. Arcadius, der zuweilen an unſern heimlichen Freuden Theil nimmt, hat erklaͤrt, du wuͤrdeſt ihm beſſer gefallen, ohne das finſtere, braune Haar, das dein bluͤhendes Geſicht ſo verunſtaltet.

Arinthia, was habe ich dir entdeckt! Wirſt du mich verrathen? Weißt du, daß auf Ent⸗ deckungen dieſer Art der Tod ſteht? Ich bitte dich, Geliebte, ſchone der Freundin, die dich liebt! Laß dir Eutropen lieber nichts erzaͤh⸗ len, damit man nicht merkt, daß wir einver⸗ ſtanden ſind; du kannſt ohnedem aus meinen