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Jahren unſrer Trennung an meine Lippen ge⸗ druͤckt! vor mir lag es, wenn ich die Lieder, die du mir einſt dichteteſt, zur Harfe ſang; ich waͤhnte du hoͤreſt ſie, und jeder Blick auf daſſelbe fuͤhrte die Erinnrung einer ſchoͤnen Stunde vor meine Seele zuruͤck. Dann ſah ich dich wie an jenem erſten Tage, dann in den traulichen Verhaͤltniſſen unſres Hauſes, in das deine Erſcheinung eine andre Seele, ein neues Leben gebracht hatte. O wie oft ſah mein Auge mit Stolz zu dir hinauf, wenn du, ein Juͤngling, in dem Kreiſe der Maͤnner da⸗ ſtandeſt, geliebt von allen und geehrt, wenn das Feuer deiner Jugend ſelbſt das kalte Herz meines Vaters erwaͤrmte, und jeder im weiten Hauſe dir mit Ehrfurcht und Liebe entgegen kam. Jede ſchoͤne Stunde des Unterrichts und der Belehrung trat dann vor meine ſchmerzer⸗ fuͤllte Seele; das Gefuͤhl fuͤr alles Edle und Schoͤne, das ich dir verdanke, alles was mir ohne dich ewig fremd geblieben waͤre, rief der Anblick deines Bildes, wie ein theures Geſchenk in mein Herz zuruͤck, und mich ſelber, wie ich bin, betrachtete ich als ein Geſchenk von dir.


