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kuͤßte ſie meine Wange, ich fuͤhlte eine bren⸗ nende Thraͤne auf derſelben⸗ Sie hielt etwas in der Hand, das ſie ungewiß vor mir verber⸗ gen zu wollen ſchien. Endlich uͤberwand ſie ſich, und reichte mir es.— O mein Freund! mein theurer Freund! Es war dein geliebtes Bild, das ich ſelber in jenen erſten gluͤcklichen Stunden unſrer Liebe malte. Schon vor meh⸗ rern Wochen hatte ich es vor mir ſelbſt ver⸗ ſteckt, und ich ſuchte mich um die Erinnrung an daſſelbe zu betruͤgen, weil ich es fuͤr un⸗ moͤglich hielt, mich von demſelben zu trennen. Aber daß es Minna gerade in dieſem Augen⸗ blicke beim Einpacken meiner Sachen findet⸗ und es mir üͤberbringt, dies iſt ein Warnen des Himmels, in der Erfuͤllung meiner Pflicht nichts zu verſaͤumen. Auch dies ſend' ich dir zuruͤck, das theure Bild, das dem erſten leben⸗ digen Aufflammen meiner Liebe ſein Entſtehen verdankte. So blickteſt du hinauf, ruhig und ernſt, wie du den Ungluͤcklichen vertrateſt, und was die Ungeuͤbte dem Bilde nicht zu geben vermochte, das konnte Lieb' und Phantaſie er⸗ ſetzen. O wie oft hab' ich es in den traurigen


