64—
Hand gefordert, ich haͤtte ihm die eine ver⸗ ſagen muͤſſen, weil ich ihm das andre nicht haͤtte geben koͤnnen, denn betruͤgen durft' ich ihn ja nicht. Aber S. forderte nur mein Zu⸗ trauen, meine Achtung, und beides konnt' ich ihm im vollen Maaße geben.
Sieh, mein Freund! mein theurer, im⸗ mer noch geliebter Freund! dieſe Verbindung iſt es, die mich fuͤr dieſes Leben auf immer
von dir trennt; die mich zwingt, ſelbſt dem
Andenken an dich zu entſagen, weil ich auch
den Schein einer Treuloſigkeir vor mir nicht
entſchuldigen moͤchte. Und du kennſt mich zu gut, um mich mißverſtehen zu koͤnnen; du ſelber wuͤrdeſt mir,— ich kenne dich,— du wuͤrdeſt ſelber mir das alles ſagen, was mein Gefuͤhl oft nicht zu faſſen vermag. O waͤreſt du hier! Staͤndeſt du vor mir in die⸗ ſem Augenblicke, mit der großen Ruhe, mit der du, ein Juͤngling noch, einſt ſagteſt:„Sie muͤſſen gerecht handeln!“— und wie dir mit dieſem großen Worte mein Herz zuerſt maͤchtig entgegen ſchlug! Theurer Freund! dein Anblick ſelber wuͤrde mir Staͤrke geben, die ich noch


