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Nahrungsmittel, ſahe mich guͤtiger, nachſichts⸗ voller an: ich ließ alles das ſchweigend und ohne Thraͤnen geſchehen; meine, ihr irdiſches Gluͤck vergoͤtternde Liebe, wurde keine Stunde, auch nur durch den Gedanken geſtoͤrt, wie fre⸗ ventlich ich hier mit dem Heiligſten ſpiele, und wie unmoͤglich dies Segen und wahres Heil bringen koͤnne. Dieſe meine Faſſung beſtaͤtigte meine Abſichten: die Schweſtern hielten ſie fuͤr außerordentliche Wirkung der goͤttlichen Gnade.
Jetzt kam der Tag. Behutſam hatte ich mir zur Flucht die Stunde erwaͤhlt, wo ſich alle Nonnen in die Zellen begeben, bis zur Fruͤhmette gelaͤutet wird. Ich klagte uͤber hef⸗ tige Kopfſchmerzen; die Aebtiſſin erlaubte mir, nach der Guͤte, womit man mich jetzt behan⸗ delte, mich abzuwarten und die Fruͤhmette zu verſaͤumen, ſo daß ich nun mit Zuverſicht hof⸗ fen durfte, ich werde nicht eher vermißt wer⸗ den, als des Morgens um ſechs Uhr.
Kaum war ich in meine Zelle, ſo warf ich Unſinnige, brennend von irdiſcher Liebe, mich vor dem Bilde des Heilandes nieder, und


