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mit peinigender Sehnſucht, mit toͤdtlich aͤngſten⸗ der Liebe.—
Wie eine Verzweifelte rang ich die Haͤnde und brach in einen Thraͤnenſtrom aus, und doch war es Entzuͤcken, was mir dieſe Aeuße⸗ rungen auspreßte. Ich hoͤrte Fußtritte im rauſchenden Sande: das brachte mich zu mir ſelbſt, und ich verbarg augenblicklich Papier und Schluͤſſel. Ich flog auf meine Zelle, ich ſchloß mich ein, meinen Gefuͤhlen und Gedanken wei⸗ ter nachzuhaͤngen. Wie der Major meinen Aufenthalt erfahren, wie er zum Schluͤſſel ge⸗ kommen, wie er im Stande ſei, mich der Ver⸗ folgung zu entziehen— das alles konnte ich mir nicht denken: aber es war ſeine, es war Angelika's Hand— kein Zweifel ſtieg in mei⸗ ner Seele auf.
Mit brennender Ungeduld erwartete ich jetzt den Tag, dem ich vorher mit Schaudern entge⸗ gengeſehen hatte. Endlich nahete er ſich. Er war zugleich der Tag unſers Schutzheiligen.
Kan ſchmuͤckte Tempel und Altar, man pro⸗ birte Geſaͤnge und Muſik, man gab mir, wie einem Verbrecher vor der Hinrichtung, beſſere


