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Thereſe! Du mein Leben! mein alles! Endlich iſt es mir moͤglich geworden, deinen Aufenthalt zu erforſchen. Komm, rette dich aus dem furchtbaren Grabe, das dich lebend zu verſchlingen droht! mache durch ſtille Erge⸗ benheit deine Waͤchter ſicher, und gehe den dritten Tag vor dem, der dich mir auf ewig entreißen ſoll, mit Huͤlfe dieſes Schluͤſſels zur Thuͤr des Kuͤchengartens heraus, queer uͤber das Stoppelfeld auf dem brachen Anger hin, bis zur Landſtraße. Hier warte ich deiner die ganze Nacht hindurch. Thereſe, wirſt du mich vergeblich warten laſſen?
Folgendes war von Angelika's Hand:
Schweſter! Geliebte meiner Seele! Ueberlaß dich getroſt der Fuͤhrung meines treuen, recht⸗ ſchaffenen Bruders! Ueberlaß dich ihm: er fuͤhrt dich in meine Arme. Gott, der mit Wohlgefallen, nicht auf den dir abgeqaaͤlten Bund, ſondern auf den Euren herabſieht, wird
ſeine Engel ſenden, euch zu umſchweben, und euch durch alle Gefahren gluͤcklich hindurchzu⸗ fuͤhren. Komm, Thereſe! liebe, theure, un⸗ gluͤckliche Thereſe, komm! Ich erwarte dich


