Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
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ſter auf ein Marienbild, meinem Lager gegen⸗ uͤber, und fing an, mit mir zu beten.

Ich fragte hernach weiter, und erfuhr, ich liege heute zum ſiebenten Tage hier. Meine Mutter war ſie nun wirklich ſchon abgerei⸗ ſet, oder that ſie es jetzt, bei den erſten Merk⸗ malen meiner Geneſung ich bekam ſie nicht wieder zu ſehen. Ich war zu ermattet, um nicht in alles ergeben zu ſeyn; dann lernt' ich weinen, und fuͤhlte mein Herz erleichtert; nun fing ich an, mich wieder vertrauend an Gott zu wenden, und meine Kraͤfte nahmen zu

So befand ich mich denn hier, eingeſchloſſen in undurchdringliche Mauern eines der traurig⸗ ſten und einſamſten Kloͤſter von ganz Deutſch⸗ land, umgeben von lauter Unbekannten, fern von allem, was mein Herz liebte, ausgeſtoßen in einen Winkel der Erde, den ich nicht einmal kannte, gleichguͤltig hingegeben dem nagenden Kummer und bitterſten Schmerz denn dieſe erwachten allerdings, als ſich meine Kraͤfte meh⸗ reten, und verſchlangen die Milde, die Erge⸗ benheit, das Vertrauen, wodurch ich geſtaͤrkt worden war, und wozu ich folglich durch noch