Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
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bildung verfolgt, bis an den Altar fluͤchtete, auf deſſen Stufen ich ohnmaͤchtig darniederſank.

Als ich endlich wieder zu mir kam, befand ich mich im Krankenzimmer: zwei Schweſtern ſaßen ſchweigend, die eine zu meinem Haupte, die andere zu meinen Fuͤßen. Wo bin ich? fragte ich, und alles mit mir Vorgefallene daͤuchte mir ein fuͤrchterlicher Traum, woraus ich ſo eben matt und erſchoͤpft erwache. Wo bin ich? fragte ich nochmals.

Unter der Obhut deines Heilands! war die Antwort der einen Nonne.

Liebe Schweſter, betruͤbe ihn nicht durch Wi⸗ derſtreben und Ungeduld! ſetzte die andere hinzu.

Ich fuͤhle mich ſehr krank

Bleibe ruhig: du wirſt geneſen. Wir ha⸗ ben zum Herrn um ein Zeichen gebetet, ob du erwaͤhlet ſeyſt: das Zeichen iſt erfuͤllt, du er⸗ wachſt unter dem Crux fidelis*)

Wo iſt meine Mutter? fragte ich nach einer Weile, im tiefſten Schmerz verſunken.

Dort iſt ſie! Dabei deutete die Schwe⸗

*) Ein alter Paſſionsgeſang.