Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
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richtet biſt. Und geſchaͤhe dies ja nicht, ſo waͤr' es ja immer noch Zeit, dich zu veraͤn⸗ dern. Brauche doch nur jetzt Vernunft, und mache nicht uns beide laͤcherlich.

Hier kam eine der Kloſterfrauen an das Gitter, meine Mutter ſagte ihr einige leiſe Worte und gab ihr ein Papier; bald darauf wurden die großen Schloͤſſer geoͤffnet und wir traten in den weiten Saal.

Mehrere Nonnen, alle ſchon aͤltlich, alle ſtiller und duͤſtrer, alle auch widriger und nachlaͤſ⸗ ſiger gekleidet, als ich's an meinen lieben Er⸗ zieherinnen geſehen hatte dieſe erwarteten uns, matt auf mich hinblickend, die Haͤnde einfoͤrmig uͤber dem Herzen gefaltet Die Pforte ſchlug raſſelnd zu, die ſchweren Riegel wurden klirrend vorgeſchoben.

Ploͤtzlich ergriffen von einem Entſetzen, als ſaͤhe ich eine graͤßliche Todtenerſcheinung, ſtuͤrz⸗

te ich zu Boden, und bin mir nichts bewußt,

als daß ich laut aufſchrie, mich mit Gewalt befreien wollte, durch eine geoͤffnete Thuͤr entſprang, in die Kirche kam, und von dem ganzen Chor wirklich oder in meiner Ein⸗