Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
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ausgeſchickt: ſobald unſer Wagen langſam daher kam, oͤffnete ſich das Thor. Wir fuhren uͤber einen oͤden Vorhof, und kamen dann in ein weites, allenthalben umſchloſſenes Gehoͤfe. Jetzt auf einmal uͤberſiel mich ein entſetzliches Grauen; mir war, als ob die hohen, ſchwarzen Mauern auf mich hereinbraͤchen, indem wir durch den engen Eingang in ein Gewoͤlbe traten, das ich fuͤr das Sprachzimmer eines Kloſters erkannte.

Mutter! um Gottes Willen wo ſind wir? rief ich.

Bei den Benediktinerinnen zu Weſterode, mein gutes Kind! antwortete ſie. Ich ſtuͤrzte vor ihr auf die Kniee, ich umſchlang ſie mit Todesangſt, ich verſprach, meinen Namen zu verlaͤugnen und ihr als Magd zu dienen: ſie blieb in ihrer freundlichen Gelaſſenheit: Sei doch nicht wunderlich, liebe Thereſe! du weißt ja, daß ich nichts mehr wuͤnſchte, als dich bei mir zu behalten, wenn die Verhaͤltniſſe es zu⸗ ließen. Das iſt nun aber nicht möglich; und alſo finde dich in ein Geſchick, wo du dir ge⸗ fallen wirſt, ſobald du nur erſt wieder einge⸗