Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
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vornehmen Lebens nicht: wie koͤnnte es mir ſchwer werden, ſie Ihnen aufzuopfern? ſagte ich. Darauf habe ich auch immer gerechnet, mein Kind! antwortete ſie, und behandelte mich nun noch guͤtiger, ohne ſich jedoch uͤber meine Beſtimmung einzulaſſen. Gerade dieſe abgemeſſene Gefalligkeit, dieſes kalte und glat⸗ te Entgegenkommen, ſcheuchte auch mich zuruͤck, und machte es mir unmoͤglich, ihr meine Ausſichten in die Zukunft zu vertrauen.

Wir fuhren mehrere Tage lang, wir fuhren laͤnger, als wir, meines Erachtens, noͤthig hatten, um in unſere Heimath zu kommen, und gleichwol ließ mich mein unbefangenes Vertrauen in meine Mutter nicht beſorgt werden. Die Gegend ward allmaͤhlig rauher und romantiſcher: das geſiel mir, und befrem⸗ dete mich nicht mehr, als meine Mutter mit einigen unbeſtimmten Reden beſchwichtigen konnte.

Endlich hielt der Wagen vor einem großen, alten, gothiſch verzierten Hauſe. Meine Mut⸗ ter hatte von dem naͤchſten Dorfe, wo wir einige Stunden verweilten, einen Boten vor⸗