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geſichert, und werde dem Major, wenn er nachfragte, am ſicherſten uͤbergeben.
Ich verließ die Abtei, wo ich meine Jugend ſo gluͤcklich, ſo ſchuldlos verlebt, wo ich in fruͤherer Zeit eine Ruhe geſchmeckt hatte, wie ſie mir nie wieder zu Theil geworden iſt— ich verließ ſie nicht ohne heiße Thraͤnen: aber dieſe meine Thraͤnen floſſen weit mehr einer andern Trennung, und es miſchte ſich in meinen Schmerz beim Abſchiede die Ahnung von fremden Freuden; wie ſich in meinem Herzen jetzt uͤber⸗ haupt die Entgegengeſetzten— Friede und Angſt, Hoffnung und Furcht, Gutes und Boͤſes miſchten.
Unterweges erſt, als mich meine Mutter im Wagen allein hatte, fing ſie an von meiner Zukunft zu reden. Sie ſchilderte den Nachlaß meines Vaters zu unbetraͤchtlich, als daß ſie mir und meinem Bruder eine ſtandes⸗ maͤßige Exiſtenz bereiten koͤnne, und erklaͤrte, ſie muͤſſe daher, bis auf weiteres, allerdings ein Opfer von mir verlangen. Ich verſtand ſie nicht ganz, verſprach aber gern alles, was ſie zufrieden erhalten und fuͤr noͤthig erachten wuͤrde. Ich kenne ja die Freuden des großen,
Selene V. Heft. 2


